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Veranstaltungen in der Villa Brahms

Aktuelle Termine

© Maximilian Busch
Sonntag, 16.06.2024 | 11:00 Uhr
Festakt
»Ihr von Herzen ergebener Joh. Brahms«
Präsentation von zwei neuen Brahms-Briefen

Info

Durch eine Schenkung und einen Ankauf befinden sich seit Ende März zwei weitere Briefe des Komponisten Johannes Brahms im Besitz des Brahms-Instituts. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden Sie erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Die erste Neuerwerbung ist ein Brief von Johannes Brahms an die Sopranistin Antonia Speyer Kufferath (1857–1939). Sie ist einer großzügigen Schenkung der ehemaligen Generalbundesanwältin Prof. Monika Harms aus Hamburg zu verdanken, die bei der Veranstaltung anwesend sein wird. Der Brief bietet einen charmanten Einblick in das professionelle Networking des Komponisten. Die von Brahms geschätzte Sängerin hatte mehrere Vorschläge für gemeinsame Konzerte unterbreitet– vom Liederabend bis zur Aufführung von größeren Oratorien. In seinem Brief vom 30. Dezember 1884 sagt Brahms nun aber nur ein Konzert in Krefeld zu: »Ich bin bescheiden u. nehme von Ihren schönen Anerbieten nur das kleinste: den Liedervortrag. […] Auf Crefeld freue ich mich dennoch, das werden Sie verstehen u. sich mit mir freuen auf hübsches Musiciren u. freundliches Beisammensein.« Das freundschaftliche Verhältnis von Brahms zu der Sängerin spiegelt sich nicht zuletzt in der Unterschrift, »Ihr von Herzen ergebener Joh. Brahms«.

Der zweite Brief, datiert auf den 30. Januar 1896 und adressiert an den Verleger Fritz Simrock, hat das Brahms-Institut bei einem Antiquariat erworben. Durch seinen Lübeck-Bezug ist das Schreiben für das Brahms-Institut von besonderer Bedeutung: Brahms erwähnt darin den Komponisten »Bruhns aus Lübeck«, der ihm Klavierstücke widmen möchte und sich dafür eine Empfehlung von Brahms erhofft. Dieser zeigt sich jedoch wenig begeistert von Bruhns und klagt gegenüber dem Verleger: »Kann man auf so was grob, fein oder überhaupt antworten!? […] Aber so was kommt jeden Tag, man kann sichs nicht arg genug vorstellen.«
Jakob Ludwig Bruhns wird 1852 als jüngster Sohn des Lübecker Weinhändlers Karl Bruhns geboren. Seine Mutter Julie stammt aus einer thüringischen Musikerfamilie. Julia da Silva-Bruhns, die Mutter von Thomas Mann, ist seine Cousine. Als 26-Jähriger wird Bruhns Teilhaber der traditionsreichen elterlichen Weinhandlung an der Untertrave 111/112, geht aber bald darauf seinen musikalischen Neigungen nach. 1889/90 studiert er am Konservatorium in Leipzig. Bruhns komponiert eine Reihe von Klavierstücken, darunter 50 Stücke zu Carl Czernys Kunst der Fingerfertigkeit, auf die im Brief Bezug genommen wird. Die Hoffnung, Brahms durch die Widmung zu einer Empfehlung des Werkes bewegen zu können, erfüllt sich nicht. Die Klavierstücke erscheinen ohne die Widmung an Brahms im Verlag Schlesinger.


Institutsleiter Prof. Dr. Wolfgang Sandberger stellt beide Briefe vor und führt in die Hintergründe ein. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung mit Brahms-Liedern aus dem Repertoire von Antonia Speyer-Kufferath und einem Auszug aus den 50 Stücken zu Carl Czernys Kunst der Fingerfertigkeit von Jakob Ludwig Bruhns. Im Anschluss lädt der Verein zur Förderung des Brahms-Instituts Lübeck e.V. zum Sektempfang ein.

Parallel zur Veranstaltung ist die Ausstellung »Beziehungszauber. Widmungen, Werke, Weggefährten« geöffnet. Sie gewährt Einblicke in die vielfältigen Beziehungen von Johannes Brahms zu Freunden und Kollegen aus seinem engen Umfeld.
Eintrittskarten sind zum Preis von 8 Euro und 11 Euro an allen Vorverkaufsstellen des Lübeck Ticket sowie online unter www.luebeck-ticket.de erhältlich. Restkarten können 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn in der Villa Brahms (Jerusalemsberg 4, 23568 Lübeck) erworben werden.



Mitwirkende:

Prof. Monika Harms Grußwort

Prof. Dr. Wolfgang Sandberger Vorstellung der Briefe

Juliane Sandberger Mezzosopran

Barbara Martini Klavier


Eintritt: 8 / 11 € (keine Ermäßigung)
Restkarten, Catering und Einlass eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn (10:00 Uhr)
Vorverkauf:
bei allen Vorverkaufsstellen des Lübeck-Ticket und online über www.luebeck-ticket.de
Catering:
Sektempfang im Anschluss an die Veranstaltung
Prof. Kurt Hofmann (1931 – 2024)
© Mathias Brösicke
Mittwoch, 17.07.2024 | 18:00 Uhr
Festakt
Gedenkfeier Prof. Kurt Hofmann

Info

Am 5. Februar 2024 verstarb Prof. Kurt Hofmann im Alter von 92 Jahren.

Die »Sammlung Hofmann« bildet den Grundstock des 1990 gegründeten Brahms-Instituts an der Musikhochschule Lübeck, das Prof. Kurt Hofmann gemeinsam mit seiner Frau Renate bis 1999 leitete. Seit Anfang der 1950er Jahre beschäftigte sich Hofmann mit Leben und Werk des Komponisten und trug im Laufe der Zeit die größte Privatsammlung zu Brahms und seinem Umfeld zusammen. Kurt Hofmann war Gründungsmitglied der Johannes-Brahms-Gesellschaft Internationale Vereinigung e.V., Hamburg. 1983 erhielt er für seine Verdienste um die Brahms-Forschung die Johannes-Brahms-Medaille der Freien und Hansestadt Hamburg, 1996 den Brahms-Preis der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein.

Die Veranstaltung ist dem feierlichen Gedenken an Prof. Kurt Hofmann gewidmet.

Mit Erinnerungen von Prof. Dr. Dr. h. c. Otto Biba, Dr. Jan Brachmann, Prof. Matthias Kirschnereit und Prof. Dr. Wolfgang Sandberger.

Musik von Brahms und Schumann.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist nur auf Einladung möglich.



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