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Veranstaltungen in der Villa Brahms

Aktuelle Termine

Anna Melkonyan, Violine
Samstag, 11.06.2022 | 18:00 Uhr
Themen-Abend
»Wie Melodien zieht es«
Violinsonaten und Lieder von Johannes Brahms

Info

»Wie Melodien zieht es / Mir leise durch den Sinn«: so lauten die ersten beiden Zeilen aus dem titelgebenden Lied von Johannes Brahms. Die Melodien vor allem der drei Violinsonaten von Brahms ziehen am 11. Juni durch die klassizistische Villa Brahms und durch ein offenes Fenster vielleicht auch weiter in den sommerlichen Eschenburgpark. Geigerin Anna Melkonyan wird von Arash Rokni am historischen Blüthner-Flügel von 1856 begleitet. Mezzosopranistin Juliane Sandberger ergänzt das Programm um Lieder, die in engem Zusammenhang zu den Violinsonaten stehen. Prof. Dr. Wolfgang Sandberger geht in seiner Moderation auf die vielfältigen Bezüge ein. Der »Abend mit Johannes Brahms« wird dank einer Förderung der Possehl-Stiftung als »Kulturfunke« in Kooperation mit dem Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck (MHL) realisiert.

Zur G-Dur-Sonate op. 78, dem ersten eigenständigen Werk für Geige und Klavier von Brahms, ist ein wertvolles Autograf des Komponisten im Brahms-Institut erhalten: Auf einem Albumblatt an Clara Schumann notiert Brahms 1879 die ersten Takte des langsamen Satzes, die Rückseite dient für intime Zeilen an die Lebensfreundin, deren Sohn Felix – Brahms‘ Patenkind – schwer erkrankt ist: »Wenn Du Umstehendes recht langsam spielst sagt es Dir vielleicht deutlicher als ich es sonst könnte wie herzlich ich an Dich u. Felix denke – selbst an seine Geige, die aber wohl ruht.« »Regenlied-Sonate« wird das Werk auch genannt. Sein gleichnamiges Lied hat Brahms im Finale der Sonate aufgegriffen.

Eine »Liebes- und Lieder-Sonate« nennt der Brahms-Biograf Max Kalbeck die zweite, die A-Dur-Violinsonate. Zahlreichen Erinnerungen des Komponisten an Hermine Spies lassen sich in der Musik ausmachen. Zwei Lieder, die er eigens für die Sängerin komponierte, sind darin verwoben: »Wie Melodien zieht es« und »Immer leiser wird mein Schlummer«. Auch sie erklingen am 11. Juni in der Villa Brahms. Die letzte Violinsonate schließlich hat zahlreiche Anklänge an die ungarische Volksmusik, der Brahms bereits mit seinen ungarischen Tänzen ein Denkmal gesetzt hat. Das Finale der viersätzigen d-Moll-Sonate ist ein furioser Abschluss des Abends.

Das Programm dauert inklusive ausführlicher Pausen etwa drei Stunden. Rosemarie Sellmann sorgt mit ihrem Catering vor Ort für kulinarische Stärkungen.

Tickets gibt es bei allen Vorverkaufsstellen des Lübeck Ticket und online: www.luebeck-ticket.de. In der Villa Brahms wird das tragen einer medizinischen Maske empfohlen. Bitte beachten Sie auch ggf. aktualisierte Hygieneregeln.



Programm:

Johannes Brahms (1833 – 1897)

Sonate für Violine und Klavier Nr. 1 G-Dur op. 78

Acht Lieder und Gesänge

für eine Singstimme und Klavier op. 59

»Regenlied«

»Nachklang«

Pause

Sonate für Violine und Klavier Nr. 2 A-Dur op. 100

Fünf Lieder für eine tiefere Stimme

und Klavier op. 105

»Immer leiser wird mein Schlummer«

»Wie Melodien zieht es«

Pause

Sonate für Violine und Klavier d-Moll op. 108


Mitwirkende:

Anna Melkonyan Violine

Juliane Sandberger Mezzosopran

Arash Rokni Blüthner-Flügel (1856)

Prof. Dr. Wolfgang Sandberger Moderation


Weitere Informationen:

Die Geigerin Anna Melkonyan wurde in Yerevan/Armenien geboren, studierte zunächst am Staatlichen Komitas-Konservatorium in Yerevan, setzte ihr Studium an der Musikhochschule Lübeck fort und schloss es mit einem Master of Arts in Solo Performance an der Hochschule für Musik in Luzern ab. Bereits während ihres Studiums und darüber hinaus beschäftigte sich Anna Melkonyan intensiv mit der historisch informierten Aufführungspraxis. Sie arbeitet regelmäßig mit etablierten Ensembles, konzertiert international als Konzertmeisterin und Kammermusikerin und war bereits zu Gast bei renommierten Festivals wie dem Schleswig-Holstein Musikfestival, Rheingau Musik-Festival, den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und den Salzburger Festspielen, wirkte außerdem bei zahlreichen Rundfunk und CD-Produktionen mit u.a. Naïve, Sony, Deutsche Grammophon.

Juliane Sandberger ist eine gefragte Konzert- und Oratoriensängerin. Schon in jungen Jahren erhielt sie eine vielseitige musikalische Ausbildung in den Fächern Klavier, Violoncello und Gesang und nahm schließlich ein Gesangsstudium an der Musikhochschule Lübeck auf. Juliane Sandberger war mehrere Jahre feste Freie Sängerin im NDR-Chor und wirkte an zahlreichen Projekten unter namhaften Dirigenten wie Hans Christoph Rademann, Neeme Järvi, Laurence Cummings, Nicholas McGegan, Eric Ericson, Christoph Eschenbach, Ingo Metzmacher oder Mariss Janssons mit. Als Solistin reicht ihr Repertoire von der Renaissancemusik über die großen Oratorienpartien Johann Sebastian Bachs bis hin zum romantischen und zeitgenössischen Repertoire. Vielfältige Engagements führten sie u.a. zu den Händel-Festspielen in Halle und Göttingen, zum SHMF, nach Hamburg (St. Jacobi, St. Katharinen, St. Nikolai, St. Michaelis), Bremen (Dom), Flensburg (Bach-Chor) oder zur Berliner Singakademie im Konzerthaus Berlin.

Pianist Arash Rokni wurde in Teheran, Iran geboren. Er besuchte die Teheraner Musikschule in der Klasse von Tamara Dolidze und wurde in Armenien von Giorgi Avanesov und Ashot Ghazarian am Komitas-Konservatorium betreut. Seine Studien führte er bei Markus Tomas an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und später bei Claudio Martinez Mehner an der Hochschule für Musik und Tanz Köln fort. Im Jahr 2018 gewann er den zweiten Preis und den Publikumspreis beim 21. Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb in Leipzig. Arash Rokni konzertierte in der Elbphilharmonie, im Schumann-Saal Düsseldorf, im Kleinen Sendesaal des NDR und im Gewandhaus zu Leipzig. Seine Solo - Konzerte wurden vom MDR, NDR und WDR übertragen. Er hat an Festivals und Wettbewerben im Iran, in Armenien, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Dänemark teilgenommen. Arash Roknis Debüt-CD wurde für den Opus Klassik Award 2020 nominiert.

Wolfgang Sandberger ist Professor für Musikwissenschaft und Leiter des Brahms-Instituts an der Musikhochschule Lübeck. Hauptarbeitsgebiete sind neben dem Schwerpunkt Brahms biografisch-historische, rezeptionshistorische und wissenschaftsgeschichtliche Fragestellungen. Als Autor und Moderator ist er für verschiedene ARD-Anstalten tätig und berät mehrere Festivals. Seit 2013 ist er Projektleiter des Brahms-Festivals der Musikhochschule Lübeck.


Eintritt: 20 / 15 € € (keine Ermäßigung)
Restkarten, Catering und Einlass eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn (17:00 Uhr)
Vorverkauf:
bei allen Vorverkaufsstellen des Lübeck-Ticket und online über www.luebeck-ticket.de
Catering:
Getränke und kulinarische Köstlichkeiten aus dem Hause Sellmann
Freitag, 17.06.2022 | 18:00 Uhr
Themen-Abend
»Jazz im Museum«
Märchen in Ton und Wort mit drei studentischen Jazz-Ensembles der MHL

Info

Drei MHL-Jazz-Ensembles unter der Leitung von Stefan Kuchel und Patrick Farrant begeben sich am 17. Juni »down the Rabbit-Hole« (»den Hasenbau hinunter«): »Alice in Wonderland« von Sammy Fain und andere Jazz-Adaptionen von Märchen-Themen sowie eine freie Improvisation zu einer Märchenlesung erklingen am Abend in der historischen Villa Brahms – das erste Mal »Jazz im Museum«.

Ein Blick in die Erzählungen der Gebrüder Grimm genügt – Märchen nehmen nicht immer die Form der uns durch Disney vermittelten Zauberwelten an; sie sind oftmals grausam und moralisch bitter lehrreich. Verschiedene Jazz-Musiker des 20. Jahrhunderts haben beide Dimensionen bedient; so sind sowohl zauberhafte als auch groteske Kompositionen entstanden und inzwischen Teil des Jazz-Standard-Repertoires geworden.

»Someday My Prince Will Come« von Frank Churchill oder »Nature Boy« von eden ahbez erinnern an die heiteren Märchen-Zeichentrickverfilmungen. »Witch Hunt« von Wayne Shorter hingegen, das zuerst 1964 als Teil seines Bebop-Records »Speak No Evil« erschien, bricht wieder mit der Illusion, Märchen seien unschuldige Kindergeschichten. Miles Davis‘ »Pinocchio«, so grotesk wie die Geschichte im Original, wird um eine freie Improvisation zur Lesung aus der gleichnamigen Erzählung von Carlo Callodi erweitert. Auf den »Eierkuchen, der davonfliegt« folgt die Ballade »Heaven«; der Abend klingt mit »Duke« Ellington aus.

»Jazz im Museum« wird von Leopold Möller im Rahmen seines FsJ-Kultur am Brahms-Institut als eigenverantwortliches Projekt organisiert. Das Programm der Einzelveranstaltung – Fortsetzung offen – dauert ca. 1:15 ohne Pause. Getränkeverkauf vor und nach dem Konzert.

Tickets zu 8 / 5 € gibt es bei allen Vorverkaufsstellen des Lübeck Ticket und online: www.luebeck-ticket.de. In der Villa Brahms wird das tragen einer medizinischen Maske empfohlen. Bitte beachten Sie auch ggf. aktualisierte Hygieneregeln.


Programm:

Sammy Fain (1902 – 1989)

»Alice In Wonderland«


Wayne Shorter (*1933)

»Witch Hunt«


eden ahbez (1908 – 1995)

»Nature Boy«


Frank Churchill (1901 – 1942)

»Someday My Prince Will Come«


Freie Improvisation zu Lesung von

Carlo Collodi (1826 – 1890)

»Pinocchio und Heimchen«


Miles Davis (1926 – 1991)

»Pinocchio«


Freie Improvisation zu Lesung von

Carlo Collodi (1826 – 1890)

»Ein Eierkuchen, der davonfliegt«


Duke Ellington (1899 – 1974)

»Heaven«
Mitwirkende:

Charlotte Waubke Gesang

Tillmann Böttcher Trompete

Carola Mariß Keyboard

Sandra Becker Klavier

Jakob Rieke Schlagzeug

Chris Wagner Bass


Verena Enkemeier Gesang

Karina Chalenko Altsaxophon

Beatrice Werder Cello

Johann Stötzer Keyboard

Joshua Schlegel Klavier

Antonio Rivero Schlagzeug

Rebekka Brudermann Bass


Sebastian Molano Flöte

Lina Gro Klarinette

Sergio Alvaro Vibraphon

Lennard Haders Gitarre

Joshua Polit Klavier

Julian Flögel, Fabian Ernst Schlagzeug


Cornelius Müller Lesung

Leopold Möller Moderation


Eintritt: 5 / 8 € € (keine Ermäßigung)
Restkarten, Catering und Einlass eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn (17:00 Uhr)
Vorverkauf:
bei allen Vorverkaufsstellen des Lübeck-Ticket und online über www.luebeck-ticket.de
Catering:
Getränkeverkauf vor und nach dem Konzert
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