Joseph Joachim (abgeschl. 2003)



Das Kernstück des Teilnachlasses Joseph Joachim bildet das Briefkonvolut Joseph Joachim. Seine EDV-gestützte, formale Erschließung durch das für Handschriften und Nachlässe geeignete Datenbanksystems allegro-HANS fand 2003 ihren Abschluss. Das Konvolut umfasst knapp 900 Schreiben des Geigers an seinen ältesten Bruder Heinrich und die Schwägerin Ellen Joachim, geb. Smart, in London und gelangte 1991 über Renate Wirth, Enkelin von Julius Stockhausen und Emanuel Wirth, dem langjährigen Quartettpartner Joachims, in den Besitz des Brahms-Instituts. Es umfasst den Zeitraum von 1844 bis 1907 und spiegelt ein Stück europäischer Musik- und Zeitgeschichte wider. Darüber hinaus erlauben die Briefe Einblicke in Joachims Entwicklung vom 13. Lebensjahr bis zu seinem Tode. Der ältere Bruder stellte für den jüngeren eine wichtige Autorität dar, ihm gegenüber glaubte Joseph Joachim immer wieder über seine Entscheidungen und Leistungen Rechenschaft ablegen zu müssen.

Bedeutend sind die vielfachen Äußerungen zu prominenten Komponisten, ihrem Werk und ihrer Person. Gegenstand der Beurteilung und Interpretation sind u. a. Persönlichkeiten wie Robert Schumann, Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms oder Giuseppe Verdi. Ferner geben die Briefe interessanten Aufschluss über das Konzertwesen (vorwiegend im deutschsprachigen Raum und in England) und die Interpretationsgeschichte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

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