20 Jahre Brahms-Institut Lübeck




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1990 wurde mit dem Erwerb der "Sammlung Hofmann", der weltweit größten privaten Brahms-Sammlung, der Grundstein für die Gründung des Brahms-Instituts gelegt, das am 14. Mai 1991 feierlich eröffnet wurde. Seitdem befindet sich eine der kostbarsten Sammlungen zum Komponisten und seinem Umfeld in der Hansestadt. Im Internet ist die Sammlung heute zum großen Teil bereits weltweit zugänglich (www.brahms-institut.de).

Im Sommer 2002 zog das Brahms-Institut in ein neues, repräsentatives Domizil, die Villa Eschenburg auf dem Jerusalemsberg in Lübeck. Hier werden die Bestände der Sammlung verwahrt, dokumentiert und wissenschaftlich ausgewertet. Nach dem Umzug in das klassizistische Landhaus hat sich das Institut, das weltweit hohes Ansehen genießt, weiter einem interessierten Publikum geöffnet - mit Konzerten, Vorträgen, Themenabenden und Ausstellungen. Leiter des Instituts ist seit November 1999 Prof. Dr. Wolfgang Sandberger: "Sammeln verpflichtet - diesem Motto entsprechend hat unser Institut vielfältige Aufgaben: Die Bestände werden durch gezieltes Sammeln erweitert, bewahrt und wissenschaftlich erschlossen. Dank der großzügigen Unterstützung zahlreicher Stiftungen konnte die Sammlung in den letzten Jahren um einige Schätze gezielt erweitert werden. Zu den jüngst erworbenen Kostbarkeiten gehören etwa Ergänzungen wie das verschollen geglaubte Autograph des Brahms-Liedes Der Überläufer op. 48, Nr. 2 oder das Autograph der Chorlieder op. 62."

Ein Forschungsschwerpunkt stellen die Briefe des Komponisten dar. So entstand in einem mehrjährigen Vorhaben, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit drei Mitarbeiterstellen unterstützt wurde, das Brahms-Briefwechsel-Verzeichnis (BBV), das als Verzeichnis sämtlicher Briefe von und an Johannes Brahms ein wichtiges Grundlagenwerk für die Forschung zu Leben und Werk des Komponisten darstellt. Neben kulturhistorisch-biographischen Aspekten bietet die bedeutende Brahms-Korrespondenz zentrale Angaben über Entstehung, Veröffentlichung und Rezeption der Brahms-Werke. Aktuelles ForschungsProjekt ist seit November 2010 das von der Possehl-Stiftung mit zwei Mitarbeiterstellen geförderte Vorhaben "Brahms gewidmet"; im Mittelpunkt stehen die ca. 100 Kompositionen, die Brahms zu Lebzeiten meist "verehrungsvoll" oder "freundschaftlich" dediziert worden sind.

Zahlreiche wissenschaftliche Instituts-Beiträge zu Brahms und seinem Umfeld haben die Brahms-Forschung bereichert. Dazu gehören etwa die Sammelbände Musik und Musikforschung. Johannes Brahms im Dialog mit der Geschichte (2007) oder der Meininger Kongressbericht zum Spätwerk von Johannes Brahms (2010). Mit dem Brahms-Handbuch (hg. v. Wolfgang Sandberger) ist im November 2009 das aktuellste Kompendium zu Leben und Werk von Brahms und seiner Wirkungsgeschichte im Brahms-Institut entstanden, ein Band, der in den Rezensionen schon jetzt als "Standardwerk" gewürdigt wird.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit sind die Ausstellungen des Instituts, in denen es die wertvollen Schätze der Sammlung einer interessierten Öffentlichkeit präsentiert. Schon im Bach-Jahr 2000 zeigte das Institut eine Schau mit kostbaren Exponaten zur Bach-Rezeption bei Brahms. Nach dem Umzug in die Villa Eschenburg auf dem Jerusalemsberg folgten weitere Ausstellungen, deren Exponate in wissenschaftlichen Katalogen dokumentiert sind: "Johannes Brahms - Zeichen, Bilder, Phantasien" (2004), im Mozart-Jahr 2006 folgte "'Ich schwelge in Mozart...' - Mozart im Spiegel von Brahms", eine Schau, in der durch die Kooperation mit der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien das wertvolle Autograph der großen g-Moll-Sinfonie KV 550 von Mozart in Lübeck zu sehen war. 2008 spürte das Brahms-Institut der bürgerlichen Lebenswelt des Komponisten nach ("Johannes Brahms - Ikone der bürgerlichen Lebenswelt?") mit der illuminierten Rekonstruktion seines Wiener Musikzimmers, das bis heute viele Besucher beeindruckt.

Das Brahms-Institut ist vielfach vernetzt und unterhält enge Kontakte zur Brahms-Gesamtausgabe an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel, zur Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, zur American Brahms Society, zu Schweizer Institutionen in Zürich und Winterthur sowie zur Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein und anderen Brahms-Gesellschaften.

Durch die enge Anbindung des Brahms-Instituts an die Musikhochschule Lübeck hat sich auch der fruchtbare Austausch von wissenschaftlicher Forschung und künstlerischer Praxis weiter intensiviert. Das Brahms-Festival der Musikhochschule, das seit 1992 jedes Jahr zu den Höhepunkten im Veranstaltungskalender der Musikhochschule gehört, ist dafür ein vielbeachtetes Beispiel.

2006 erhielt das Brahms-Institut gemeinsam mit der Musikhochschule Lübeck den Brahms-Preis der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein.


Ansprechpartner:
Prof. Dr. Wolfgang Sandberger, Leiter des Brahms-Instituts an der Musikhochschule Lübeck, Jerusalemsberg 4, 23568 Lübeck,
Fon: 0451/1505-414, Fax: 0451/1505-423,
E-Mail: brahms-institut@mh-luebeck.de, Net: www.brahms-institut.de




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