Am Samstag, 19. Dezember, lud das Brahms-Institut an der Musikhochschule
Lübeck ein, "Weihnachten mit Brahms" zu feiern
- mit weihnachtlicher Musik und Lesungen. Bereits ab 14 Uhr
gab es Kaffee und Kuchen im Wintergarten der klassizistischen
Villa Eschenburg.
Weihnachten
1896, Fotomontage von Maria Fellinger
(Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien)
Ab 15 Uhr stimmten Janna Ruck (Sopran), Annika Redlin (Alt),
Florian Siebert (Tenor) und Jason Ponce (Klavier) mit Weihnachtsliedern
von Brahms, Reger, Cornelius und Humperdinck musikalisch auf
das Fest ein. Marina Druzhinina (Viola) und Stefan Weymar
(Klavier) waren mit Max Bruchs Romanze op. 85 zu hören.
Amüsante Episoden aus zeitgenössischen Erinnerungen
an Johannes Brahms, Plattdeutsches zum Fest und das Weihnachtskapitel
aus den Buddenbrooks - gelesen von Prof. Dr. Wolfgang Sandberger
und Carola Timmer - ließen die Atmosphäre früherer
Weihnachtsfeiern lebendig werden.
Die Veranstaltung bot zugleich Gelegenheit, die Ausstellung
"Johannes Brahms - Ikone der bürgerlichen Lebenswelt"
zu besuchen. Brahms, der zeitlebens unverheiratet blieb, pflegte
einen großen Freundeskreis. Auch Weihnachten feierte
er gern in familiärer Atmosphäre, unter anderem
im behaglichen Haus der Wiener Freunde Maria und Richard Fellinger,
die regelmäßig Weihnachtsbescherungen für
Brahms veranstalteten. "Bei den für ihn aufgebauten
Geschenken handelte es sich immer um irgendeine Frotzelei',
eine vorgetäuschte Ungeheuerlichkeit, auf die Brahms
jedes Mal hereinfiel, um sich nachher, wenn er den Schwindel
entdeckt hatte, über den gelungenen Scherz königlich
zu amüsieren," so der Sohn Richard Fellinger junior
in seinen Erinnerungen "Klänge um Brahms".