Lübecker Nachrichten, 16. Mai 2006

Johannes Brahms zu Ehren
Die Musikhochschule Lübeck und das angegliederte Brahms-Institut erhalten den diesjährigen Preis der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein.

Der Preis wird seit 1988 jährlich verliehen und ist mit 10 000 Euro dotiert. Die Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein würdigt mit der Verleihung die besonderen Bemühungen der Hochschule und des Instituts um das Werk von Johannes Brahms. Den Preis erhielten unter anderem bereits die Professoren Renate und Kurt Hofmann, deren Sammlung den Grundstock des Brahms-Instituts bildete und die das Institut viele Jahre leiteten, sowie die Klarinettistin Sabine Meyer, die in Lübeck unterrichtet.

"Wir sind stolz darauf, dass unsere Arbeit durch diesen Preis gewürdigt wird", sagte Hochschul-Rektorin Inge-Susann Römhild gestern. "Das 1992 von Friedhelm Döhl ins Leben gerufene Brahms-Festival und die wissenschaftliche Arbeit im Brahms-Institut sind eine wunderbare Ergänzung, eine solche Verbindung von Kunst und Wissenschaft gibt es im Musik-Bereich nicht häufig", sagte die Rektorin weiter. Wolfgang Sandberger, Leiter des Brahms-Institutes, sieht die Auszeichnung als Bestätigung des weltweiten Rufs, den sein Institut mittlerweile hat. "Wir sind nach dem Umzug in die Villa Eschenburg vor drei Jahren jetzt richtig durchgestartet. Durch die Finanzhilfe des Landes konnten wir das Projekt ‚Digitaler Notenschrank' ins Leben rufen. Forscher aus aller Welt haben nun via Internet Zugriff auf die Bestände unserer Sammlung. Wir sind weltweit eine erste Adresse in Sachen Brahms, unsere Sammlung braucht den Vergleich mit anderen nicht zu scheuen."

Als nächstes Großprojekt werden im Brahms-Institut sämtliche Briefe von und an Johannes Brahms registriert, eine Gesamtausgabe der Briefe soll folgen. Für 2008 ist das Erscheinen des Brahms-Handbuches angesetzt, das von Wolfgang Sandberger herausgegeben wird. [...] "Dazu gehörte dann auch, dass die Musikhochschule Lübeck ihr Promotionsrecht nutzt und eine entsprechende Prüfungsordnung einführt.

Das würde hochqualifizierte Studenten nach Lübeck bringen."
Übergeben wird der Brahms-Preis am Sonntag um 17 Uhr im Elbeforum in Brunsbüttel. Das Lübecker Hochschulorchester wird wie bei der Eröffnung des Brahms-Festivals unter Leitung von George Alexander Albrecht Schumanns Manfred-Ouvertüre, Mozarts große g-moll-Sinfonie und Brahms Doppelkonzert für Cello und Violine spielen, Solisten sind Ulf Tischbirek (Cello) und Julia Kretz (Violine). Die Laudatio bei der Preisverleihung wird der Schauspieler Christian Quadflieg halten.

Bereits am Sonnabend eröffnet Wolfgang Sandberger um 16 Uhr im Brahms-Haus in Heide eine Ausstellung mit Schätzen aus der Sammlung des Brahms-Institutes. Diese Mozart, Brahms und Robert Schumann gewidmete Schau ist drei Wochen lang zu sehen, die Eröffnung wird musikalisch umrahmt von drei Klarinettisten des Trio de Vienne der Musikhochschule. Lehrende und Studierende der Hochschule gestalten am Dienstag, 6. Juni, einen Abend der Kammermusik in der St. Bartholomäus-Kirche in Wesselburen (Beginn 19.30 Uhr). Bei der Klavier-Sommernacht im Pavillon am 17. Juni (18 Uhr) sind ebenfalls Künstler der Lübecker Hochschule zu hören.

[Jürgen Feldhoff]


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