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Schleswig-Holsteinische Landeszeitung,
Norddeutsche Rundschau, 01.02.2004
Brahms-Schätze für
die Öffentlichkeit zugänglich gemacht
Erste Ausstellung im Brahms-Institut an der Musikhochschule
Lübeck
Lübeck - Mit dem Erwerb der weltweit größten
privaten Brahms-Sammlung von Kurt und Renate Hofmann
im Jahre 1990, eröffnete sich ein neuer Forschungsschwerpunkt
an der Musikhochschule Lübeck. Unter seinem Leiter,
dem Musikwissenschaftler Wolfgang Sandberger, konnte
das Brahms-Institut sukzessive weitere Kostbarkeiten
einbauen und schließlich, im Sommer 2002, ein
adäquates Domizil in der frisch restaurierten,
klassizistischen Villa Eschenburg beziehen.
Nach einem anfänglichen Programm aus Konzerten
und Vorträgen wird interessierten Besuchern in
den reizvollen Räumlichkeiten erstmals ein Querschnitt
der Brahms-Schätze präsentiert. Unter dem
Titel "Johannes Brahms - Zeichen, Bilder, Phantasien"
sind kostbare, weil teilweise unveröffentlichte
Musikhandschriften, Fotos, Briefe, Konzertprogramme,
Skulpturen und Utensilien zu acht Aspekten des Brahms'schen
Künstlerlebens gruppiert. So dokumentiert ein
Themenbereich die enge Freundschaft zu dem Komponisten
und romantischen Dandy Theodor Kirchner, der zahlreiche
Kammermusikwerke und Lieder von Brahms für Klavier
bearbeitete.
Und auch die Beziehung zu dem Maler Max Klinger, der
in den Augen des Tonschöpfers "ganz herrliche,
wundervolle Fantasien über meine Texte"
schuf, wird mit Beispielen seiner symbolistischen
Graphik zur "Brahms-Phantasie" dokumentiert.
Höchst schlüssig dargestellt findet sich
die besondere Affinität zu dem Vorbild Bach sowie
die schier erdrückende Last eine Sinfonie zu
schreiben, die dem Erbe Beethovens gerecht wird. Der
Schöpfungsprozess steht im Mittelpunkt der Abteilung
"Vom Einfall zum Werk".
Als enthusiastischer Wanderer war dieser bei Brahms
oft mit Inspirationen aus der Natur verbunden. Über
die erlesene Fülle von Exponaten hinaus, erhält
der Besucher die Möglichkeit, an vier Hörstationen
etwas 20 Stücken zu lauschen, die in Verbindung
mit den gezeigten Autographen, erklärenden Tafeln
und Erstdrucken von Noten eine ideale Synthese von
Klang und Schrift ergeben. Insgesamt eine wunderbar
stimmige und auf das Wesentliche konzentrierte Ausstellung,
bei der jedes Exponat seinen Platz im Ganzen behauptet.
[ Joachym Ettel]
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