
"Zeichen, Bilder, Phantasien"
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Der Autographen-Bestand ist
das Herzstück der Institutssammlung. Allein 16
Musikmanuskripte von Brahms, darunter so prominente
wie das 83 handschriftliche Seiten umfassende Klavierquartett
Nr. 2 A-Dur op. 26 oder der 5. Satz des Deutschen
Requiems "Ihr habt nun Traurigkeit" im
Klavierauszug, werden hier aufbewahrt. Auch bedeutende
Autographen aus Brahms' Umfeld sind nun übers Internet
zugänglich, der vierhändige Klavierzyklus
Bilder aus Osten op. 66 von Robert Schumann etwa
oder Klavierstücke und Lieder seiner Frau Clara.
Daneben werden zahlreiche Albumblätter engerer
Freunde z. B. Joseph Joachim, Hans von Bülow
oder Johann Strauß und umfangreiche Partituren
komponierender Zeitgenossen, etwa Franz Wüllners
Salve Regina op. 14 oder Joseph Rheinbergers
3. Klaviersonate op. 135, erstmals digital präsentiert.
Im Autograph manifestiert sich der schöpferische
Wille des Komponisten als schriftlich fixierte Werkgestalt.
Es bildet häufig selbst, falls kein Kopist für
eine Abschrift beauftragt wird, die Stichvorlage für
den Druck.
Wie am Beispiel des Liedes Liebesglut
op. 47 Nr. 2
von Johannes Brahms deutlich wird, lassen sich an
Autographen oft interessante Einblicke in die Kompositionswerkstatt
gewinnen. "Korrespondierende Markierungen mit
Rötel (Kreuze) belegen, dass dieses Autograph
der Stichvorlage als Grundlage gedient haben muss.
[...] Interessanterweise hat Brahms dieses leidenschaftliche
Lied in verschiedenen Tinten notiert. Die ersten 66
Takte sind in schwarzer Tinte geschrieben, in Takt
67 und 68 bleibt die linke Hand des Klaviersatzes
schwarz, während die rechte in etwas hellerer,
brauner Tinte notiert ist - wie sodann der ganze Schlussteil.
Während die ersten beiden Strophen in schwarzer
Tinte als Reinschrift gelten können (fast ohne
Korrekturen), scheint der Schlussteil spontaner aufgeschrieben
zu sein, wie die vielfältigen Korrekturen belegen."
(Wolfgang Sandberger im Ausstellungskatalog Johannes
Brahms - Zeichen, Bilder, Phantasien, S. 48)
Die einzelnen Seiten der Autographen sind in einer einheitlichen
Breite von 950 Pixeln im Jpg-Format abgelegt. Die Autographen
öffnen sich jeweils in einem neuen Fenster und
können am oberen Bildrand vor- und zurück
geblättert werden. Mit dem Menü rechts am
oberen Bildrand können bestimmte Seiten, Sätze,
Liedertitel, etc. direkt angewählt werden. Größe
und Position der Fenster lassen sich beliebig verändern.
Der Start der Online-Präsentation dieser
Digitalisate ist für den Herbst 2010 vorgesehen.
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